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Rennradfahrer auf der Sognefjellsvegen zwischen Schneewänden – Route Lom – Sognefjellshytta, Jotunheimen, Norwegen
Western Fjords, Norway

Lom nach Sognefjellshytta — hinauf zum Sognefjell

Mittel
99.1 km
Distanz
1.380 m
Elevation
100 % Asphalt
Oberfläche
Lom, Gudbrandsdalen
Start
Juni - Anfang September
Beste Saison
moderate
Schwierigkeit

Über diese Route

Western Fjords Cycling Guide

99,1 km und 1380 Höhenmeter vom grünen Bøverdalen hinauf auf das Sognefjellet – Nordeuropas höchste Passstraße. Eine lange, aber geduldige Kletterei mit flachen Erholungspassagen, oben warten meterhohe Schneewände und trainierende Skinationalmannschaften.

Ich rolle früh aus Lom heraus, vorbei an der Lom stavkyrkje, in den Taschen nur Gels und ein paar Riegel. Zwischen Lom und Sognefjellshytta gibt es keine Versorgung, also fahre ich bewusst los – die Bäckerei spare ich mir für später auf. Die Morgensonne liegt über dem Bøverdalen, der Bøvra rauscht neben der RV55, und schon die ersten Kilometer machen klar, dass dieser Tag ein langer, schöner Anstieg wird.

Das Bøverdalen steigt sanft, fast unmerklich, und ich finde schnell einen Rhythmus. Bauernhöfe, Wiesen, dann wird die Landschaft karger. Hinter Bøvertun beginnt der eigentliche Sognefjellsvegen ernst zu werden – Kehren, steilere Rampen, und plötzlich stehe ich auf dem Hochplateau des Sognefjellet. Im Juni türmen sich hier noch meterhohe Schneewände links und rechts der Straße. Auf einem kleinen Parkplatz trainieren norwegische Langlaufteams auf Rollerskis, die Skier klackern auf dem Asphalt. Rechts ragen die Gipfel von Jotunheimen auf, Smørstabbtindan mit seinen Gletschern zum Greifen nah.

An der Sognefjellshytta mache ich die verdiente Pause: heiße Suppe, Waffeln mit braunem Käse und ein Kaffee, der bei der Höhe und dem Wind doppelt gut schmeckt. Ich ziehe mir die Windjacke über, bevor ich wieder aufs Rad steige – die Abfahrt ist lang, schnell und eiskalt, auch wenn unten im Tal die Sonne scheint. Die Kehren fliegen vorbei, die Schneewände werden kleiner, die Luft wärmer. Im Bøverdalen lasse ich mich auf den letzten flachen Kilometern zurück nach Lom treiben, die Beine müde, aber zufrieden.

Zurück in Lom geht mein erster Weg zum Bakeriet i Lom. Das ist die Belohnung: ein Skolebrød mit Vanillecreme und Kokos, dazu ein paar Zimtknoten und Kaffee. Ich setze mich nach draußen, schaue auf die Stabkirche und lasse den Tag sacken. 99 Kilometer, 1380 Höhenmeter, Sognefjellet bei bestem Wetter – und genau diese Runde in genau dieser Reihenfolge ist für mich eine der schönsten Tagestouren Norwegens.

Tommy Nielsen
Recherchiert und gefahren von Tommy Nielsen
12 years on the bike across Norway, Mallorca and the Alps.

Kilometer für Kilometer

0–15 km: Lom und das untere Bøverdalen

Abfahrt vor der Stabkirche, entlang des milchigen Bøvra-Flusses. Die Straße rollt leicht ansteigend durch grüne Wiesen und rote Höfe. Ideal, um warm zu werden und den Rhythmus für den langen Anstieg zu finden.

15–45 km: Bøverdalen hinauf

Die RV55 klettert gleichmäßig durch Birkenwälder, immer wieder unterbrochen von flachen Abschnitten. Über den Hängen zeigen sich Gletscher. Kein Anstieg, der dich zerreißt – einer, der Geduld belohnt.

45–65 km: Über der Baumgrenze

Jetzt wird es alpin: blanker Granit, Schmelzwasserbäche, erste Altschneefelder am Straßenrand. Markierungsstangen tauchen auf. Die Gipfel des Jotunheimen rücken näher, die Luft wird merklich kühler.

65–75 km: Plateau und Sognefjellshytta

Du fährst zwischen meterhohen Schneewänden auf das Hochplateau. Gefrorene Seen, Skitourengeher, trainierende Racing-Teams. Auf Sognefjellshytta umziehen, essen, aufwärmen – bevor es runtergeht.

75–99 km: Die lange Abfahrt zurück

Exponiert, schnell und kalt. Schnee weicht Tundra, dann kommen wieder Birken und schließlich die Weiden des Tals. Konzentriert bleiben – der Wind beißt, und die Kurven ziehen sich.

Galerie

Karte und Höhenprofil

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Tipps & lokales Wissen

  • Fahre früh los – morgens ist der Wind auf dem Sognefjellet am schwächsten
  • Nimm Gels und Riegel mit – zwischen Lom und Sognefjellshytta gibt es keine Versorgung
  • Pack unbedingt eine Windjacke ein, die Abfahrt vom Sognefjellet ist auch im Sommer eiskalt
  • Plane die Pause an der Sognefjellshytta ein: Suppe, Waffeln mit braunem Käse und Kaffee
  • Hebe dir das Bakeriet i Lom für nach der Tour auf – Skolebrød und Zimtknoten sind die perfekte Belohnung
  • Genieße den Blick auf Smørstabbtindan und die Jotunheimen-Gipfel oben am Pass
  • Lass dir Zeit im Bøverdalen – der sanfte Anstieg entlang der Bøvra ist Teil des Erlebnisses

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