
Sa CalobraCat 1
- 9,4 km
- Länge
- 6,9 %
- Schnitt
- 648 m
- Höhendifferenz
- 682 m
- Höhe
Die Straße nach Sa Calobra ist eine Sackgasse und fällt bis ans Meer, deshalb fahren die meisten hinunter und gleich wieder hinauf und sehen jede Kehre zweimal. Fahr die Abfahrt vorsichtig. Reisebusse nutzen dieselbe Straße, und einer, der Gegenverkehr hat, blockiert sie in einer unübersichtlichen Kehre komplett. Der Anstieg hebt sich das Schwerste bis zum Schluss auf, also teil dir die Kräfte in der unteren Hälfte ein. Weiter oben kommen die Kehren dicht, und sie helfen: Die Straße flacht in jeder Kehre ab, das bringt eine Sekunde Erholung und Schwung zum Mitnehmen. Dann hört das auf. Nach dem Nus de sa Corbata, wo die Straße über sich selbst führt und du unter dem Asphalt hindurchfährst, auf dem du eine Minute vorher noch warst, wird das letzte Stück gerade und bleibt steil bis oben.
Die Straße
Sa Calobra ist kein gewöhnlicher Pass. Es ist eine Sackgasse: vom Coll dels Reis hinunter zu einer Bucht an der Nordküste, und dort endet sie.
Gezeichnet hat sie Antonio Parietti Coll, derselbe Ingenieur wie bei der Straße hinaus zum Cap de Formentor. Als sie 1933 eröffnet wurde, ging es nicht darum, den kürzesten Weg ans Meer zu finden. Die Straße folgt dem Gelände, nicht der kürzesten Linie.
Der Nus de sa Corbata — der Krawattenknoten — ist die Stelle, die alle wiedererkennen. Dort dreht die Straße um 270 Grad und führt unter sich selbst hindurch, schlicht weil die Bergflanke keine andere Lösung zuließ.
Der Anstieg
Unten in der Bucht kannst du dich nur vorbereiten. Die Durchschnittssteigung täuscht viele, denn die Steigung wechselt die ganze Zeit, und wer zu hart anfängt, zahlt dafür.
Die ersten beiden Kilometer sind machbar. Hier stehen noch Bäume, du liegst im Windschatten, und früh fährst du durch das bekannte Felsentor, wo sich der Fels fast über der Straße schließt. Ab dem dritten Kilometer wird es steiler, und im vierten kommt die erste richtige Rampe.
Auf halber Strecke ist kaum noch Bewuchs da, der dich vor dem Wind schützt. Dafür öffnet sich die Landschaft, und wenn du hochschaust, siehst du die Kehren übereinander in der Bergflanke bis hinauf zur Passhöhe.
Die letzten anderthalb Kilometer sind das brutalste Stück des Anstiegs. Hier wird es zäh, egal wie gut du deine Beine eingeschätzt hast, und der allerletzte Kilometer presst heraus, was noch übrig ist.