Aurlandsfjellet lässt sich nicht in einer vernünftigen Tagesleistung mit dem Rad ab Skjolden erreichen, also beginnt Tag 3 in den Autos. 1 h 50 nach Aurland inklusive Fähre Mannheller-Fodnes, durchgehend auf Meereshöhe, die Sorte Anfahrt, die selbst eine Fahrt ist. Um zehn waren wir in Aurland und luden die Räder ab.
Vangsgården, das historische Hofhotel am Hafen, lässt Radfahrer ihre Einrichtungen nutzen — Wasser, Toilette, etwas zum Umziehen — auch wenn du nicht dort übernachtest. Wir haben einfach gefragt. Die Antwort war ja — und jeder Bezahlversuch wurde abgewunken. In kleinen norwegischen Dörfern: einfach fragen. Lohnt sich zu wissen.
Spar Aurland ist der einzige Laden im Ort und die einzige Chance, sich vor einem 90-Minuten-Anstieg einzudecken. Wir haben die Trikottaschen mit der üblichen Radverpflegung gefüllt — Bananen, Baguette, Kvikk Lunsj — und sind Richtung Anstieg losgerollt.
Die ersten Kilometer verlaufen flach am Fjord, bevor die Steigung greift. Stegastein wird früh ausgeschildert. Innerhalb eines Kilometers ist die Straße in echte Serpentinen übergegangen, schmal, gelegentlich kommen Wohnmobile von oben — lies den Verkehr, besonders im Juli und August. Wir sind im COVID-Sommer 2020 gefahren, als halb Norwegen auf Roadtrip war; die breiteren Stellen der Straße waren nicht so breit, wie du sie hättest haben wollen.
Der Schub bis Stegastein sind 7,2 Kilometer bei 7,8 % Schnitt, mit dem letzten Kilometer bei 10,6 %. Brutal ist das richtige Wort. Das Strava-Segment läuft hier durch, und auf dem Weg nach oben sind wir durch das Parkplatz-Chaos an der Plattform gepflügt, ohne anzuhalten. Touristenautos, Busse, panische Wendemanöver. Wir haben gewunken und sind weitergefahren. Stegastein auf dem Rückweg — das war der Plan.
Oberhalb des Parkplatzes geht der Anstieg weiter, aber der Charakter wechselt komplett. Aus Serpentinen werden lange gerade Rampen. Die Bäume weichen blankem alpinem Fels. Schafe standen auf dem Asphalt. Ein Freund war so weit voraus, dass ich ihn nur als Punkt sehen konnte. Die Steigung pendelte sich um 8 % ein und blieb dort.
Schneeflecken im August. „Well done" mit Kreide auf dem Asphalt nahe dem Gipfel. Wir standen oben und haben eine Weile fast nichts gesagt.
Die Abfahrt verlangte volle Aufmerksamkeit zurück durch Stegastein — Busverkehr dichter um die Mittagszeit — und wir sind zurück nach Aurland gerollt zu einer heißen Dusche bei Vangsgården (wieder, einfach fragen) und einem langen späten Mittag bei Marianne Bakeri og Kafe am Fjord. Pizza, die Tagessuppe, Backwaren. Wir haben gegessen, bis wir voll waren. So schließt man einen Norway-Trip ab.